Forum

Eine "hoffentlich" werdende Werbetexterin
(1 Leser) (1) Besucher
Zum Ende gehenSeite: 12

THEMA: Eine "hoffentlich" werdende Werbetexterin

Permalink | ↑ Nach oben |  ↓ Nach unten
Alexandra Wagner
Diskutierfreudig
Beiträge: 518
Danksagungen: 24
Benutzer offline Hier klicken, um das Profil dieses Benutzers zu sehen
alexaeastwest Ort: Ansbach, Mittelfranken
XING

Aw: Eine "hoffentlich" werdende Werbetexterin

vor 7 Monaten, 2 Wochen

@Jan, Hallo und willkommen und was ist denn bitte ein Copytest?? Ich bin nervös, weil dieses Wort so oft in deinem Text vorkommt, ich aber gar nicht weiß, was das ist??

Also aus meiner Erfahrung heraus funktionieren Quereinsteige anders. Erst fängt man an zu arbeiten und wenn man merkt, es ist Bedarf da, dann kann man in die eigene Ausbildung investieren.
Es gibt so viele überqualifizierte Leute, die haben diese und jene Ausbildung gemacht und sind vor lauter Ausbildung nie in irgendeinen Job reingekommen.
Wenn ich eine Ausbildung machen will, merke ich immer, dass ich Angst vor was habe und mich lieber erst mal absichern will oder Zeit rausschinden, bevor ich springe

Das gilt natürlich jetzt nicht für Uni-Studiengänge wie Architektur, Jura oder ähnliches.

Ich habe jetzt ein gutes Jahr als Texterin gearbeitet, merke, ich kann es, die Kunden kommen wieder, ich kann davon gut leben und jetzt werde ich mich in der Richtung weiterbilden. Wenn ich angenommen werden, dann fange ich ein Fernstudium an der Freien Journalistenschule in Berlin an.
Das hat auch den Hintergrund, dass ich meine Wortkonstruktionen öfter mal auf Papier sehen möchte, außerdem hab ich schlichtweg Lust dazu.

Aber ich glaube, dass "Texten" so wie wir es hier betreiben, in erster Linie ein Naturtalent ist. Das kann man sowieso nicht wirklich lernen, sondern höchsten verfeinern und das geht eigentlich auch autodidaktisch ganz gut.

Gruß
Alexandra

 
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.

Permalink | ↑ Nach oben |  ↓ Nach unten
Jan
Einsteiger
Beiträge: 3
Danksagungen: 2
Benutzer offline Hier klicken, um das Profil dieses Benutzers zu sehen

XING

Aw: Eine "hoffentlich" werdende Werbetexterin

vor 7 Monaten, 2 Wochen

Hallo Alexandra!

Ich denke auch, dass zum Texten naturgegebenes Talent vorhanden sein muss, eigentlich gilt dies für alle kreativen Berufe.
Technische Redakteure und Fachjournalisten könnten da eine Ausnahme sein, hier zählt oft das Hintergrundwissen und nicht etwa Kreativität und Wortspielereien!
Als Werbetexter kommt man ohne Naturtalent nicht weit, wie bereits erwähnt, eine Ausbildung in diesem Bereich gibt es noch nicht so lange, lediglich einige Studiengänge mit dem Schwerpunkt Kommunikation oder Marketing lehren das Werbetexten. Naja, und natürlich gibt es Anbieter wie SGD und ILS, die kann ich aber nur als Ergänzung empfehlen, wenn man das Texten lernen will und sich mit der erworbenen Qualifikation an die Agenturen verkaufen möchte, dann sollte man auf Anbieter wie die Texterschmiede zurückgreifen!

Die "Miami Ad School" bietet übrigens ein ähnliches Programm, das auch von den Agenturen anerkannt wird!

www.miamiadschool.com/de

Jedoch verlangen diese Schulen einen "Copytest"! Und der ist ohne Naturtalent nicht zu bestehen!

Es übt sich natürlich öfter einen zu machen, jegliche Form des Schreibens übt und wenn es nur Forenbeiträge sind!

Hier nochmal zu deiner Frage ein Link: www.kolle-rebbe.de/downloads/kolle-rebbe-copytest.pdf

So sieht ein klassischer Copytest aus, so ziemlich alle großen Werbeagenturen haben einen auf ihrer Homepage.


Ich wünsche mir oft, dass ich Germanistik studiert hätte, den einen oder anderen Formfehler habe ich dann doch in meinen Texten und sowas kommt beim Kunden natürlich nie gut an, da kann man noch so kreativ sein!
Somit würde ich sagen, dass man sich bezüglich Orthographie, Grammatik und Interpunktion immer weiterbilden kann. Manche würden jetzt sagen, wer seine Muttersprache nicht beherrscht der soll das Texten gleich sein lassen!
Jemand der Deutsch-LK im Abi hatte und der Meinung ist er könne den Job eines Sprachwissenschaftlers oder studierten Germanisten übernehmen, der überschätzt sich oft! Ich habe eine gewisse Zeit in einem Werbelektorat gearbeitet und weiß daher wie anspruchsvoll die Aufgabe eines Lektors ist.
Hier kommen Aufträge von studierten Journalisten und bekannten Schriftstellern rein die ebenfalls lektoriert oder korrekturgelesen werden. Ein Germanist kann in der Regel auch nicht einfach Lektor werden, zumindest nicht, wenn er sich bei Wieners & Wieners bewirbt, hier muss man trotz Studium noch ein Volontariat absolvieren! Qualitativ gibt es hierbei riesen Unterschiede und unterschiedliche Ansprüche, somit lassen die Agenturen, sofern sie es sich leisten können, die Arbeiten ihrer Werbetexter nochmals durch studierte Sprachwissenschaftler prüfen! Die dann nicht selten mehrere Stunden mit einem einzigen Satz verbringen!

Daher lasse ich meine Texte bei größeren Aufträgen oder auf Wunsch des Kunden nochmals durch einen professionellen Lektor korrigieren.

Das Fernstudium an der FJS interessiert mich übrigens auch sehr, zumal es das einzige Fernstudium ist das in der journalistischen Zunft anerkannt wird! Der Bildungsträger ist aber auch aus dem Fachjornalistenverband hervorgegangen, die verleihen ja auch immerhin offizielle Presseausweise.

Ich glaube journalistisches Arbeiten ist auch eher durch eine Ausbildung zu erlernen als Werbetexten, wenn man jetzt nicht so die kreative Ader besitzt und trotzdem gern schreibt oder textet, beispielsweise durch ein universitäres Studium. Journalistenschulen haben da wieder härte Aufnahmekriterien!

 
Letzte Änderung: 18.01.2010 22:59 von Freidenker.
Permalink | ↑ Nach oben |  ↓ Nach unten
Sebastian Geominy
Einsteiger
Beiträge: 64
Danksagungen: 3
Benutzer offline Hier klicken, um das Profil dieses Benutzers zu sehen

Aw: Eine "hoffentlich" werdende Werbetexterin

vor 7 Monaten, 2 Wochen

Hallo werdende Texterin! Mittlerweile schon seiend geworden?

Wenn nicht, hilft Dir vielleicht meine Erfahrung weiter.

Ich habe erfolgreich Linguistik mit Schwerpunkt Fremdsprachen studiert. Vorher, währenddessen und nach dem Studium Praktika bei verschiedenen großen TV-Sendern in Köln und um Köln herum.
Drei Semester lang habe ich beim Hochschulradio Düsseldorf als Redakteur, Sprecher und Cutter mitgemacht und dachte mir, ein Praktikum in der Radiowerbung meines besten Kumpels wäre passend. Dort lernte ich meinen späteren Senior-Texter bei einer großen Netzwerkagentur in Düsseldorf kennen. Der riet mir davon ab, in einer kleinen Klitsche in Oldenburg (!) etwas Online-Marketing zu machen, damit schon mal Gehalt kommt, sondern stattdessen die große, weite Netzwerkagenturwelt zu entdecken.
Im Nachhinein erwies sich die Entscheidung, den Rat des Seniors zu befolgen, als richtig. Bei der Netzwerkagentur konnte ich viel für meine heutige Arbeit als Werbetexter für einen großen Lampen-Online-Shop lernen. Ich habe viele tolle Arbeitsproben für meine Mappe gesammelt und meine Kollegin in der Netzwerkagentur hat mir eine wahnsinnig tolle Bewerbungsbroschüre gemacht, ohne die ich es vielleicht noch schwerer gehabt hätte.
Und damit zur Quintessenz: Es ist schwer, als Texter zu arbeiten. Vor allem bei den großen Werbeagenturen. Man muss durch eine besondere Denke und gute Arbeitsproben in der kreativen Bewerbung herausstechen. Meine Bewerbungsbroschüre hat mir viele Türen geöffnet. Ich hatte Vorstellungsgespräche bei Scholz&Friends Hamburg, bei Arsmedium in Nürnberg und bei vier oder fünf Konzernen in Potsdam, Karlsruhe oder Düsseldorf. Quereinsteigen ist möglich, wenn man einfach das Talent hat zu texten. Copytests, Praktika und dann, in den Agenturen aufdrängen durch Fleiß und geilen Scheiß.

 
Caro gefällt dieser Beitrag
Zum Anfang gehenSeite: 12

Ähnliche Beiträge