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Kleine Sätze - welche Wirkung?

Schade, dass in dieser Gruppe noch kaum Bewegung zu finden ist, aber das lässt sich vielleicht ändern.

Ich dachte, es müsse nicht ein ellenlanger literarischer Erguss zur Diskussion gestellt werden, ein paar kleine Sätze tun es auch. Gelegentlich versuche ich auf Twitter in 140 Zeichen etwas Außergewöhnliches zu schreiben. Mit sich selbst und seinem Output geht man meist am kritischsten um, aber ich wage es dennoch, schließlich gilt: Kritik ist die Würze des Lebens.

Drei solche "Twitter-Sätzchen" wären:

=> Umspült von wachem Geist verströmen meine Gedanken Wogen rhythmischer Lastigkeiten. Gehirnfetzen und Aufflackern aus der Vergangenheit.

=> Helle Heiterkeit in strahlend schöner Milde, lau und wolkenlos, sonnig ihr Gemüt. Vergaß Marie ihre Pillen war sie von Bitterkeit erfüllt.

=> Traut zog sie in kuscheliger Mehrsamkeit zusammen von dannen, doch das Grüppchen verjüngte sich und schwand dahin. Das Tagesgestirn siegte.

Mich würde interessieren, was Euch zu den drei Sätzen einfällt. Alles bullshit? Findet Ihr eventuell doch etwas gut daran, mit Einschränkungen? Nehmt kein Blatt vor den Mund, ich kann damit leben, wenn meine Ergebnisse verrissen werden. :-) (Etwas Balsam würde ich jedoch nicht abweisen. ;-) )
Beitrag geschrieben von Bettina Eisenschmidt am Vor 654 Tagen
Du musst erst Mitglied dieser Gruppe werden, bevor Du mitdiskutieren kannst
Christian
Ey, Ina, wasn los, das war doch nicht böse gemeint. Konnte nur nicht verstehen, dass Du gleich so scharf gehst, obwohl Du Dich neulich noch gewundert hattest, dass hier nichts los ist in der Schreibwerkstatt.
Also bitte, immer munter heraus mit der Meinung. ^^
Vor 653 Tagen
 
Bettina Eisenschmidt
Hmm, die Gruppe heißt ja auch Schreibwerkstatt, nicht fishing for compliments. ;-) Vielleicht würde sie jedoch im letzteren Fall mehr Content erhalten... :P
Vor 654 Tagen
 
Ina Kaupat
Ich schreibe hierzu nichts mehr. Ich habe das nicht nötig. Und andere anscheinend auch nicht. Ich würde das nicht als Kompliment werten.
Vor 654 Tagen
 
Bettina Eisenschmidt
Sicher hat man nicht zwingend die Zeit für solche "Spielchen", aber wenn ich nicht schlafen kann, steht die Zeit für mich still und bietet Raum für Kreatives. Nur wach rumliegen ist - unproduktiv und zwecklos.

Beruflich schreibe ich viele Texte, die ich frei erfinden muss - relativ gesehen. Geschichten beispielsweise. Ein Plot ist für Kurzgeschichten nicht zwingend nötig, gerne schreibe ich frei und lasse mir von meinen Charakteren diktieren, was als nächstes passiert. Doch manchmal sind meine (vermaledeiten) Protagonisten stumm. Bis sie wieder "zu mir sprechen", helfe ich mir mit solchen und ähnlichen Techniken, im Anschluss folgt oft ein neuer Work-Flow, der notwendigerweise wegen Termindruck wieder hergestellt werden muss. Mir hilft dabei nicht, auf meinen Bildschirm zu starren, sondern ich zwinge mich zum Schreiben - nachdem ich auf Twitter und Co. war. ;) :D

Daher finde ich "Gebrauchstexte", die man anhand von Fakten und Informationen verfassen muss, häufig als sehr angenehme Aufgabe. :-)
Vor 654 Tagen
 
Bettina Eisenschmidt
Nur kurz zur Klarstellung: Die drei Sätze entstanden unabhängig voneinander und stehen in keinem Zusammenhang. (Außer jemand möchte einen herstellen. ;-) )

@Christian Es ist für mich kein Zeitvertreib, sondern in der Tat eine kleine Übung und eine gute Überbrückung, wenn ich gerade etwas blockiert bin, aber dennoch schreiben muss. Regt die grauen Zellen hervorragend an. Mir war der visuelle Aspekt bisher nicht bewusst, aber auch das stimmt.

Satz Nr. 1 entstand in einer schlaflosen Nacht und spiegelt meinen damaligen Gemütszustand wieder. Solche Momente sind für mich unter anderem Gründe, kreativ zu schreiben, faktisch planlos, aber mit Anspruch. Oder so. :D

Tatsächlich gefällt mir Nr. 2 auch am besten von diesen drei Sätzchen, das Komma müsste gesetzt werden, ich verzichtete jedoch bewusst darauf. (Hört sich nach Ausrede an, ich weiß. ;) )

@Gottfried Deine Interpretationen finde ich humorig und ich möchte sie nicht missen. :D
Vor 654 Tagen
 
Christian
@Ina, denke nicht, dass das einfach nur ein Zeitvertreib ist, sondern den Unterschied von gut zu mittelmäßig ausmacht, wenn Texter sich auch kreativ betätigen. Für Werbetexter ist "kreatives Schreiben" eh unentbehrlich. Solche Sätze und auch Twitter sind da eine tolle Übung.

Poesie oder auch nur gute Sätze, z.B. Aphorismen, sind verdammt harte Arbeit, die das visuelle Denken stark beansprucht und mit dem Sprachzentrum verknüpft. Das wirkt sich m.E. auch sehr gut auf die normalen Gebrauchstexte aus. Ein gutes, nicht klischeehaftes, aussagekräftiges Bild ist eine Zierde für jeden Text.

Nr 2. hat was für meinen Geschmack, weil er Spannung enthält. Es fehlt m.E. ein Komma. Der erste Teil ist meiner Meinung etwas zu "dick".
"Helle Heiterkeit", wie nenn man diese rhetorische Figur noch mal? Gibt es glaube ich nicht, oder fällt mir nicht ein. Hat aber ein bisschen von einem Pleonasmus, weil Heiterkeit irgendwie immer hell ist.
Vor 654 Tagen
 
Bettina Eisenschmidt
@Gottfried Deine Interpretationen gefallen mir, passt zu meinem Tag heute, heiter! :D Danke!

@Ina Jedem sein Pläsier, nicht wahr? Schönes Wochenende wünsche ich. :-)
Vor 654 Tagen
 
Ina Kaupat
Ich denke, die meisten von uns haben den lieben langen Tag damit zu tun, ihre Brötchen zu verdienen. Wenn dann noch Zeit bleibt, genießen sie die Frühlingsluft mit der Familie, verewigen sie sich hier mit ein paar Beiträgen oder häckeln im FV-Garten. ;o)

Ich wünsche allen einen schönen Samstag
Vor 654 Tagen