Sportlicher Alltag einer Mama

 

Mein Gott, was war ich heute Morgen um viertel vor Neun stolz auf mich. Anstatt wie sonst üblich, wenige Sekunden vor dem Ende der Bringzeit mit meinen Sohn auf dem Arm in den Kindergarten zu stürzen, hatten wir es heute doch tatsächlich geschafft sogar noch 20 Minuten davor angekommen zu sein. Herrlich. Gerade weil heute Waldtag ist und die Gruppe sonst meistens auf uns warten muss. Munter drückte ich meinem kleinen Mann einen dicken Kuss auf den Kopf und lief beschwingt zum Auto. Dort nahm meine Eupherie weiteren Lauf. Lieblingstrack angeschaltet, auf maximale Lautstärke gestellt und los ging die Fahrt zum Büro. Es schien, als nehme die Glückswelle heute kein Ende: direkt vor meinem Büro war sogar noch ein Parkplatz frei. Was für ein Morgen.

Organisation ist eben alles

Nachdem ich das Auto abgestellt hatte, lobte ich mich innerlich noch mal schnell selbst mit einem gedanklichen "Auf-die-Schulter-klopfen" und dachte mir: Heute bist Du so gut organisiert. Weltklasse. Super-Mutter. Mit viel Elan nahm ich meinen Laptop aus dem Kofferraum und dann wurde mir furchtbar schlecht. Was lag da nämlich noch im Kofferraum? Der Rucksack meines Sohnes, vollbepackt mit der Getränkeflasche, der Brotebox und Obst. Wenn doch heute nur nicht Waldtag wäre. Und zufällig noch 30°C.

Eine Mama kennt keinen Schmerz

Ich habe keine einzige Sekunde überlegt, mich direkt wieder ins Auto gesetzt und bin wie eine Irre zum Kindergarten gefahren. Selbstverständlich war die Kindergartengruppe so eben schon aufgebrochen, aber wie mir die anderen Erzieher versicherten, auf alle Fälle noch direkt in der Nähe, quasi um die Ecke. Blöderweise waren Sie schon etwa 500m weit weg, den Berg hinunter, direkt an der Bushaltestelle, Bus in Sicht, aber noch vor der roten Ampel an der großen Kreuzung. Tja, da war guter Rat teuer. Was macht Mama Haas in so einer Situation? Bevor ihr süßer Schatz verhungert und Durst leidet, scheißen wir eine Runde aufs Outfit. Hochackige Pumps ausgezogen, glattgebügelte Hose hocgekrempelt und barfuß den Berg mit dem Rucksack in der Hand zur Bushaltestelle runtergerannt. Was ein Spaß! Aber ich habe es geschafft, kam drei Sekunden vor dem Bus an, mein Kind ist nun im Besitz seines Rucksacks und die Erzieher haben was zu lachen. Und nun sitze ich völlig verschwitzt im Büro, der Parkplatz vor der Tür war natürlich längst besetzt...aber mein Kind muss nicht verdursten - das ist doch die Hauptsache!

 

 

Über den Texter

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Die Blognotiz Sportlicher Alltag einer Mama wurde verfasst und auf texter.me veröffentlicht von Sabrina Ha. (freie Texterin / Journalistin). Mehr Infos über Sabrina Ha. gibt es im Branchenverzeichnis: Agentur Textperle, eingetragen in der Kategorie PR-Texter.
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Weitere Notizen zum Thema

Kommentare 

 
#11 Anja Bergler 2010-07-17 12:13
Ich überlege mir grad, was wohl so mancher Vater in ähnlicher Situation gemacht hätte? ;-)

Eins steht fest, mit Kindern wird einem nie langweilig - solche "Mutter-Löwenherz-Sitiationen" git es viele, über die man im Nachhinein einfach nur schmunzeln kann ;-) - supi!
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#10 Tanja Ranzinger 2010-07-15 20:24
Sollche Erlebnisse sollte man wirklcih irgendwo niederschreiben . Genauso wie es die Mutti vom Lönneberger Michel immer gemacht hat in ihrem blauen Heft.

Da erinnert man sich selbst wieder an so kleine nette Geschichten. Die größte Belohnung die wir dafür bekommen sind feuchte schmatzer und leuchtende Kinderaugen. Da kann einem ja nur das Herz aufgehen.
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#9 Holger Schossig 2010-07-15 20:23
So fängt der Tag doch gut an! Sollte man sowieso immer machen - ein wenig Sport... Wieso bist Du denn nicht mit dem Auto den Berg runtergefahren?
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#8 Marcus Schweizer 2010-07-15 19:52
Ja toller Einsatz! :-)
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#7 Christian 2010-07-15 19:42
Habe mitgelitten, obwohl, ich weder Frau noch Mama bin, und auch nie sein werde :-) Kann Dein Kleiner sich glücklich schätzen.

Ein paar kleine Hänger gab es beim Lesen (z.B. "scheißen wir eine Runde aufs Outfit", das stellt man sich im ersten Moment doch zu bildlich vor :D) - aber wir sind ja hier nicht im Feedback-Forum.
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#6 Gabi 2010-07-15 18:21
Hach ja, das waren noch Zeiten. *schwelgt in Erinnerungen* :-)
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#5 Sandra 2010-07-15 15:49
Klasse ;-) - tolle Geschichte aus dem Leben :D:D
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#4 Caro 2010-07-15 15:26
So sollte jede Mutter reagieren! Toll, gefällt mir ;-)!

Gute Mütter braucht das Land...wir haben sie schon längst ;-)!
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#3 Gottfried Gas 2010-07-15 13:43
Wie Michael sagte: Ein toller Artikel!
... und eine tolle Mama!
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#2 Bettina Eisenschmidt 2010-07-15 13:32
Ähnliche Situationen erlebte auch ich als mein Sohnemann noch kleiner war.

Manchmal sogar heute noch, doch mit seinen neun Jahren denkt LittleEisy mit und ermahnt mich des Öfteren mit den Worten: "Aber Mama! Das darfst du doch nicht vergessen! Was wärst du nur ohne mich..."

Tja. Darauf weiß ich keine Antwort, außer: Ich würde dich schmerzlich vermissen, mein Junge.

Schöner Beitrag, Sabrina!
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#1 Michael Lang 2010-07-15 13:22
Mitten aus dem Leben gegriffen. Liest sich schön, stellenweise amüsant, hier und da erkenne ich mich selbst ein bisschen :-) Ein toller Artikel.
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