MyHammer-Auftrag: Welcher Journalist textet für 0,28 Cent pro Wort?
Das passt zu Manuelas letztem Blog-Beitrag: Bei MyHammer wurde gerade folgender Auftrag eingestellt:
- 25 Texte zu technischen Themen mit mindestens je 300 Wörtern.
- Preisvorstellung inkl. Steuern und aller Nebenkosten: 25 Euro
Ich habe 3x gerechnet und bin nach Abzug von 19 % MwSt. auf 0,28 Cent pro Wort gekommen.
Zieht man noch die MyHammer-Gebühr von 5,95 Euro ab, sind das ganze 0,2 Cent pro Wort.
Jetzt zählen wir die Texte dazu, die der Auftraggeber außerdem fordert. Dann sind sogar die 0,2 Cent schnell unterschritten:
"Die Texte dürfen keine Rechte Dritter verletzten, bzw. gegen Urheberrechte oder geistiges Eigentum (D)dritter verstoßen. Die(s) wird schriftlich vom Auftragnehmer bestätigt. Nach Fertigstellung geben Sie die zeitlich unbegrenzten exklus(i)ven Nutzungsrechte an uns ab. Dieses wird auf der Rechnung vom Auftragnehmer schriftlich bestätigt werden."
Ich bin jetzt schon gespannt, welcher hochqualifizierte Journalist sich bereit erklärt, dafür zu schreiben - natürlich "in einwandfreiem Deutsch ohne Rechtschreib- oder Grammatikfehler"
Cool!
Über den Texter
Die Blognotiz MyHammer-Auftrag: Welcher Journalist textet für 0,28 Cent pro Wort? wurde verfasst und auf texter.me veröffentlicht von .



Kommentare
Du meinst die Umsatzsteuervor anmeldung, gell? Da wird gegengerechnet, was du an MwSt. gezahlt hast und was du an Umsatzsteuer eingenommen hast.
Die Differenz wird dann fällig, oder du bekommst etwas raus. Je nachdem. Die 7 % oder 19 % MwSt. gehören NIE dir. Die musst du immer ans Finanzamt abführen. Oder eben mit den Ausgaben gegenrechnen.
Die "richtigen" Steuern zahlst du dann auf deine Nettoeinkünfte.
Frag' mal Papi
Zumindest hab ich das so im Kopf. Muss mich da aber zugegebenermaße n nochmal mit meinem Vater ausführlich hinhocken. Wie gesagt, Newbie ich noch sein.
Nur wieso zahle ich dann mehr? Die 19 % MwSt. zahlen doch die Kunden. Und die bekommen's wieder.
Also zahlt es letztendlich keiner, außer dem Steuerzahler, weil sich das Finanzamt mit dem Hin- und Her-Gerechne befassen muss.
Daher auch der dringende Rat dem Finanzamt nicht zu sehr zu vertrauen. Was ich da von meinem Vater schon mitbekommen hab, geht auf keine Kuhhaut und würde Jahre an Gesprächsstoff liefern.
Wenn wer meine Buchhaltung prüft, wird es das Finanzamt sein. Also werde ich das so machen, wie die es mir sagen.
Verträge brauche ich gar nicht. Bei mir läuft das Drumherum ziemlich unspektakulär ab.
Will ja nur nicht, dass Menschen hier zu viel Steuern zahlen. Der Steuersatz sollte sich bei Dir dann aus den jeweiligen Vertragsklausel n mit Deinen Kunden ergeben. Bei mir sieht der Vertrag halt vor, dass der Verlag mit meiner Arbeit praktisch machen kann, was er will. Wenn bei Dir aber sowohl Finanzamt (gut, denen sollte man definitiv NICHT einfach vertrauen) als auch Steuerberater das gleiche sagen, dann wird das schon so okay gehen. Du scheinst sowas ja auch schon länger zu machen.
ich sehe das völlig entspannt. Für mich sind die Aussagen meines zuständigen Finanzamtes und meines Steuerberaters relevant.
Da die Umsatzsteuer für meine Kunden ein durchlaufender Posten ist, kann denen das auch egal sein, ob 7oder 19 %.
Vielleicht sind bei mir ja einfach einige Voraussetzungen anders.
Ob sich die Steuer-Situation ändert, wenn man z.B. einen Werbetext für ein Modehaus oder so schreibt, ist etwas anderes. In meinem Fall haben mir mein Vater, das Finanzamt (schriftlich und telefonisch), die Buchhaltung des Verlages sowie andere freiberufliche Autoren bestätigt, dass ich nur 7% abzuführen habe.
Ob sich die Situation ändert, wenn ich eben einen Werbetext für Tante Emmas Laden schreibe wäre aber durchaus interessant und für mich als Newbie dreimal. Bis jetzt habe ich eben nur den einen Auftraggeber (sprich den Verlag) und noch nicht mal meine erste Steuererklärung gemacht. Da wäre es schon interessant zu wissen, ob ich bei einer direkten Geschäftsbezieh ung mit einem spezifischen Kunden außerhalb der Medien dann 19% abführen muss.
Laut Paragraph 12 des UStG sollten es nur 7% sein. Vielleicht ist Dein Steuerberater überbezahlt.
Der relevante Wortlaut daraus wäre:
c)die Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsge setz ergeben,
Und zu den Steuern: Das kommt drauf an. Mein Finanzamt ist der Meinung, dass ich 19 % berechnen muss. Mein Steuerberater ebenso.
Doch selbst bei 7 % Steuern kommt ein lächerlich geringer Preis pro Wort heraus.
Der Preis ist aber schon sehr unverschämt.
Ich bekam kürzlich folgende Anfrage:
20 Texte zu Windows 7 Optionen a' 300 Wörter
10 Texte für Blog zu Windows 7 Programmierunge n a' 400 Wörter
30 Texte für Windows XP Thema Optimierung w.o.
20 Texte Windows 7 Bibliotheken a' 300 Wörter
Alles binnen 3 Tagen schreiben und zu einem Gesamtpreis von 100 Euro.
Was soll da noch rentabel sein?
Dieser Auftraggeber kam von Couchjobber....:sad:
Ehrlich gesagt freue ich mich mittlerweile über solche Dumping-Preise, denn Kunden, die Wert auf Qualität legen, merken so am besten, dass Qualität ihren Preis hat. Am Anfang war zwar die Angst, jetzt alle Kunden zu verlieren, aber das Gegenteil ist der Fall.