Entscheidungen – Bauchgefühl oder mit dem Kopf?
Entscheidungen werden letztlich getroffen, ganz richtig. Aber wie und wann Entscheiden wir uns? Welche Rolle diese Frage letztlich einnimmt, wird an einem Beispiel klar:
Wir entscheiden uns für einen Kunden, für einen Foreneintrag, für ein Angebot – ganz egal, ob wir das mit Aufwand oder wohl überlegt tun. Wir entscheiden uns auch, wenn wir schon handeln! Wir entscheiden uns letztlich – jeden Augenblick!
Wir entscheiden uns für links oder für rechts, für oben oder für unten und auch, ob wir die Augen schließen! Wir entscheiden uns für den linken Zeh anziehen oder für den Klick auf der Maus, ob wir mit dem Zeigefinger die linke Taste drücken oder mit dem Mittelfinger die rechte Taste!
Es sind schon ganz schön viele Entscheidungen, die wir immer wieder treffen, ohne dass wir uns „wirklich“ dafür entscheiden! Wir wählen aus einer Vielzahl an Möglichkeiten, die mal mehr oder weniger „groß“ sind, mal mehr oder weniger bedeutend und mal mehr oder weniger folgenreich für uns sind!
Wenn der Säbelzahntiger von links kommt und ich entscheide mich, nach vorne abzuhauen und flieg in ein Loch…! Lauf ich nach Rechts und knall gegen einen Baum, werde bewusstlos…! Es lässt sich erahnen, wie komplex Entscheidungen funktionieren! Doch was nützt das? Wichtig ist, wie man eine Entscheidung trifft, um die beste Wahl zu treffen!
Entscheidung aus dem Bauch heraus zu fällen ist etwas anderes, als sich Argumente gut zu überlegen! Ohne weiterhin lange zu lamentieren:
Ist ein Sachverhalt komplex, dann hilft das Bauchgefühl. Ist die Entscheidung aus wenigen Argumenten zu treffen, dann lieber nachdenken und mit dem Kopf entscheiden!
Aber warum? Letztlich ganz einfach. Die Entscheidung aus dem Bauch heraus benutzt viele Argumenten und diese werden durch unser intrinsisches Gedächtnis verarbeitet. Kleine Entscheidungen werden gefällt, die zu einem größeren Argument zusammenwachsen und letztlich entscheiden wir „aus dem Bauch heraus“ – einfach mit Ja oder Nein!
Mit dem Kopf, da ist ein anderer Speicher aktiv, der nur wenige Inhalte miteinander abwägen kann – das berühmte Arbeitsgedächtnis oder auch Hippocampus!
Ganz praktisch gesehen: Kunden wähle ich aus dem Bauch heraus und über den Preis entscheide ich mit dem Kopf!
Über den Texter

Die Blognotiz Entscheidungen – Bauchgefühl oder mit dem Kopf? wurde verfasst und auf texter.me veröffentlicht von Marcus Schweizer (Texter/Online-Redakteur, Lektor). Mehr Infos über Marcus Schweizer gibt es im Branchenverzeichnis: Marcus Schweizer, eingetragen in der Kategorie Online-Redakteure.
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Kommentare
Und noch etwas zum letzten Absatz deines letzten Kommentars, Marcus: Vor allem in der Medizin ist es ja oft so, dass sich Laien irgendetwas im Internet anlesen und plötzlich meinen, es besser als der Arzt zu wissen. In der Psychologie geht es aber nun mal nicht um Physisches, was sich einfach nachweisen lässt, sondern um die Psyche eines Menschen und da ist es mit dem Nachweis schon schwieriger. Die Psychologie wollte ich als Wissenschaft auch keineswegs in Frage stellen, im Gegenteil: Ich bin immer wieder fasziniert, was für Lehren man auch für sein eigenes Tun aus der Psychologie ziehen kann. Trotzdem bin ich immer ein wenig skeptisch und hinterfrage alles, gern auch unwissenschaftl ich.
Also Psychologie ist eine richtige Wissenschaft...! Da kann nicht jeder nach Gutdünken seine Meinungen von sich geben! Das würde in der Medizin auch keiner machen oder im Maschinenbau, da streitet auch niemand nach Meinung, ob die Brücke hält oder nicht! .-)
Das ist eben Psycho-Logie - die Logik der Seele oder des Geistes! .-)
Gut der Rest ist geschenkt, falls dich das Gebiet interessiert, dann gibt es genug Literatur! (Ich habe mit Schulz von Thun und Pierre Dago angefangen...)
Ich habe jetzt einige Tage darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gelangt, dass man meiner Fragestellung nicht unbedingt mit Mathematik beikommen kann. Mathematik basiert auf Logik, der Mensch hingegen handelt oft genug irrational - (auch wenn Dr. House das Gegenteil beweisen möchte). Und daher kann man eine Gleichung auch nicht auf Menschen anwenden. Menschen kann man nicht als Variable X oder Y bezeichnen. Sonst denken wir ziemlich schnell wieder in Schubladen und das ist falsch, weil jeder Mensch anders tickt.
Und das ist eigentlich auch schon die Essenz meines Kommentars: Es kommt zum einen auf die Situation an, zum anderen aber auch auf den einzelnen Menschen. Denn der eine erachtet die Situation für wichtiger als der andere. Weil der eine bspw. auf die Einnahmen seiner Textertätigkeit angewiesen ist, entscheidet er an dieser Stelle mit dem Kopf. Für den anderen ist es jedoch nur ein Hobby, weil das Schreiben ihm ein Hobby ist und er aus anderen Quellen genügend Einnahmen bezieht, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Dieser entscheidet bei der Preisfrage womöglich aus dem Bauch und sagt 2 Cent pro Wort, weil ihm dieser Betrag gerade in den Sinn kam.
Waren nur meine neuen Gedanken zu diesem Thema. Ich weiß nicht, ob mein Geschreibsel einen Sinn ergibt, aber es erscheint mir zumindest logisch. Und dann kann es in meinen Augen so falsch nicht sein. Gern lasse ich mich eines Besseren belehren - ich bin aber trotz allem stur und hinterfrage weiter. Doch davon bitte nicht beirren lassen; mich interessieren insbesondere gegenteilige Ansichten.
9x8 = 72 und damit schließen sich alle anderen Ergebnisse aus - so wie ich das jetzt nochmal durchlese!
Aber gut, als Beispiel hats gedient und ist glaube ich nachvollziehbar ...! :-P
Das ist eine interessante Ansicht, die du da hast - die Fragestellung! Sehr naja kreativ würde ich sagen! .-)
Sagen wir, du benötigst eine Entscheidung X. Nun kannst du dir eine Gleichung aufstellen, welche Seite größer oder kleiner ist als die andere...!
Du rechnest also beide Seiten gegeneinander auf.
Du kannst aber auch sagen, dass das Ergebnis falsch sein muss, ohne dass du sagen kannst, welcher Rechenschritt falsch lief! Beispiel: 5948 x 4339 - ist die Antwort: a) 80 552 994 b) 25 808 372 oder c) 304 991 269
Du wirst (hoffe ich) gleich sagen, das ist Antwort b!
Warum? Du wirst etwas in der Art rechnen wie 5 x 4 oder 6 x 4 bzw. dir wird das gleich klar sein, weil man sehen kann, dass das Ergebnis nichts mit 80 zu tun hat und 4stellig mal 4stellig keine 9stellige Zahl ergibt...! Ganz intuitiv sozusagen! Hast du dabei nachgedacht und groß angefangen zu rechnen? Nein, das hat dein großer Speicher getan! Und du kannst ein paar Gründe, wie ich jetzt gemacht hab, für die Begründung anführen...!
So in etwa zumindest funktioniert das mit den Entscheidungen, dem großen und kleinen Speicher...!
Wenn man sich also bei vor dem Kauf eines Autos hinsetzt und sich Gründe für und gegen einen Sportwagen überlegt, so überlegt man sich eigentlich nur, warum man keinen Sportwagen möchte? Damit man sich praktisch dafür rechtfertigen kann? In dem Fall braucht man sich dahingehend ja nicht mehr zu reflektieren - ist ja irgendwie Zeitverschwendu ng, wenn das Ergebnis bereits vorher feststeht.
Komplexe Sachverhalte kann niemand mit dem Kopf entscheiden, weil das explizite Gedächtnis biologisch kleiner ist als das implizite Gedächtnis! .-)
Das Hirn arbeitet nunmal so, wie es arbeitet...! Da kann man dagegen arbeiten und dies nicht einhalten oder aber nutzen! Ist in etwa so, wie mit der Ernährung. Der Körper arbeitet einfach, je nachdem wie man sich verhält wird man dick oder dünn...!
Das, was dein implizite Gedächtnis fabriziert, bekommst du bewusst als Ergebnis mit. Sprachlich findet man das in Redensarten wie "das ist nicht meines", "nicht mein Geschmack", "sich hingezogen fühlen" oder "überzeugt sein, dass"!
Soll es beim Autokauf ein Sportwagen oder Kleinwagen sein? Da wirst nicht anfangen jedes Detail genau einzuplanen und nach Gewichtung zu beurteilen. Du wirst gleich sagen "Ok, Sportwagen ist ausgeschlossen" und vielleicht noch zwei drei Gründe vorschieben können! ABer eine richtige bewusste Entscheidung wird es nicht sein...! Bei der Erstellung des Einkaufszettels ist das etwas anderes, da kann man jedes Detail exakt beurteilen und den Zettel so zusammenstellen ...!
Aber wie gesagt, es ist kein Wunschkonzert, sondern Faktenlage - explizites Gedächtnis ist klein angelegt, implizites Gedächtnis rein biologisch viel größer!
Deinem Schlusswort kann ich hingegen uneingeschränkt zustimmen. Dem Kunden kann man schließlich nicht in den Kopf schauen, beim Preis den eigenen aber zumindest bemühen.
Die Fehler sind doch gewollt. Sie zeigen Deinen Individualismus
Es ist immer wieder interessant an den Gedanken anderer teilzuhaben.