Der 11. September
Wer hätte gedacht, dass sich dieses Datum mal so in unsere Köpfe einbrennt, wie der 11. September? Mehr muss man wohl nicht zu diesem Tag sagen. Jeder weiß, was heute vor neun Jahren passiert ist, jeder, der es erlebt hat, wird es sein Leben lang nicht mehr vergessen und jeder weiß, was er an diesem Tag gemacht hat.
Kaum ein Ereignis hat mich (und vermutlich auch die meisten anderen) so mitgenommen, wie der 11. September. Ist schon komisch, denn eigentlich gab es ja Katastrophen, die weitaus schlimmer waren. Man denke nur einmal an den Tsunami vom 26.12.2004, der damals 231.000 Menschenleben gefordert hat. Dagegen war der 11. September mit "nur" knapp 3.000 getöteten Menschen ja fast schon "lächerlich".
Woran also liegt das, dass einem so ein Ereignis wie der 11. September so nahe geht und man auch so lange daran denkt? Jedes Jahr wird man schon allein durch das Datum daran erinnert. Hört man vom 26. Dezember, dann denkt jeder in erster Linie an Weihnachten. Ist schon komisch manchmal.
Auch, dass man noch genau weiß, was man an diesem Tag gemacht hat. Ich saß damals am Computer und habe ein Interview abgetippt, das ich für meine damalige Musical-Internetzeitung mit Uwe Kröger geführt hatte, als meinereiner sagte, dass das World Trade Center brennt. Da hatte ich mir noch nicht viel dabei gedacht. Mein Gott, ein Brand ist ja nichts wirklich Außergewöhnliches. Zu der Zeit wusste ja auch noch keiner, was da los war. Doch dann kam das 2. Flugzeug und naja, den Rest kennen wir ja. Wir saßen vollkommen ungläubig vor dem Fernseher, an Arbeit war nicht mehr zu denken. Zu dieser Zeit war ich noch bei SAT.1, hatte aber gerade Urlaub. Am Abend hatte ich mich dann mit meiner Redaktion kurzgeschlossen und bin auch noch für ein paar Stunden reingefahren, um die Lage zu besprechen und inwieweit uns das nun alles betreffen würde.
In dieser Nacht hab ich, glaub ich, kaum geschlafen. Wie es dann aber am 12. September weiterging, was ich da gemacht habe, ob ich noch Urlaub hatte oder nicht - das kann ich gar nicht mehr sagen.
Es ist total erstaunlich und faszinierend, wie uns Ereignisse beeinflussen. Durch die Medien wird man bei solchen Ereignissen immer live dabei sein. Würde es so etwas wie den 11. September noch ein zweites Mal in diesen Dimensionen geben, wir würden uns wohl - wie bei vielen anderen Katastrophen auch - irgendwann daran gewöhnen. Vielleicht aber auch nicht, weil es einfach so unglaubwürdig war - wie im Film. Und wisst Ihr, was noch seltsam ist? Obwohl man schon sehr viel über den 11. September im Fernsehen gesehen hat, schaue ich mir Reportagen immer wieder an. Gerade jetzt, wenn sie zum Jahrestag wiederholt werden. Und immer wieder sitze ich ungläubig davor und denke mir: "Ist das wirklich passiert?"
Über den Texter

Die Blognotiz Der 11. September wurde verfasst und auf texter.me veröffentlicht von Holger Schossig (Redakteur). Mehr Infos über Holger Schossig gibt es im Branchenverzeichnis: Holger Schossig - Online-Redakteur, Texter, Autor, eingetragen in der Kategorie Online-Redakteure.
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Kommentare
Gespräch war damit beendet und ich setzte mich auch vor den Fernseher. Wie alle anderen guckte ich ungläubig auf das was ich da sah.
Tränen flossen reichlich an dem Tag. Bis spät in der Nacht saßen wir vor der Flimmerkiste und freuten uns über jeden der es raus geschafft hatte.
Ca 4 Wochen später flogen wir das erste mal in Urlaub, der schon vorher geplant war.
Die Angst flog mit und wurde durch die ganzen Sicherheitsvork ehrungen noch verstärkt.
Argwöhnisch betrachte ich heute noch herrenlose Koffer und Taschen.
Vergessen wird man so was nie
Seitdem ist der 11.9. für mich ein Tag der Besinnung.
Es wird nichts geplant für den Tag und wenn ich es schaffe, nehme ich via Fernsehen an einer Gedenkveranstal tung teil.
Tränen fließen heute wie damals.
Und wie Sandra schon sagte, das ist und war Krieg.
Die Folgen die daraus entstanden sind spüren wir noch heute.
Afghanistan, Soldaten die ihr Leben für uns riskieren. Die Bedrohung das so was jederzeit wieder geschehen kann.
2 Kriege die aus diesem Grund geführt wurden. Nochmals tausende von Menschen die ihr Leben lassen mussten aufgrund dieses Ereignisses.
Und wenn man mal nachdenkt ist das Verhältnis zu ausländischen Mitbürgern dadurch nicht besser geworden.
Wer hat nicht in der Zeit danach argwöhnisch jeden Turbanträger beobachtet
Jede verschleierte Person, oder jeden der auch nur im entferntesten nach Islamist aussah, und aussieht ,wird doch mit großen Argwohn begegnet.
Die Folgen von 9/11 werden uns noch viel Jahre begleiten.
Weil der Weltfrieden bedroht schien, weil es das erste Mal so schien, dass unser Leben bedroht war. Wenn schon Amerika angegriffen wird - dieser mächtige Staat, ja was passiert dann mit uns?
Ich weiß auch noch, was ich damals getan hab. Ich bekam einen Anruf von meinem Ex, der mir vollkommen panisch berichtete: Schalt sofort den Fernseher an, in Amerika ist der Krieg ausgebrochen. Die halbe Nacht saß man fassungslos und verstört vor dem Fernseher und betrachtete das Geschehen aus der Ferne....
Naturkatastroph en passieren "ständig" immer wieder, das ist nicht die wirkliche Bedrohung, gerade weil wir hier in Deutschland recht geschützt leben, bis auf Hochwassergebie te müssen wir uns vor Erdbeben und Vulkanausbrüche n nicht fürchten, wir haben auch nicht jedes Jahr verheerende Waldbrände zu bekämpfen,die ganze Ortschaften bedrohen, auch keine Wirbelstürme und Tornados in dem Ausmaße wie Amerika sie kennt
-aber Krieg , Krieg ist so bedrohlich und kann auch uns ereilen und geht an die eigene Existenz, das brennt tief in einem , die Angst davor, alles zu verlieren und so einem Geschehen ohnmächtig gegenüber zu stehen.
Und dieser Schrecken saß so tief, dass wir alle uns noch so gut daran erinnern können.
Noch verblüffender für mich persönlich ist gerade, dass ich an dem Tag auch genauso wie Anja, mit meiner vier Wochen alten Tochter auf der Couch saß und erst gar nicht verstand was da los ist. Erst nach und nach wurde mir klar, was ich da überhaupt sah.
Der 11.September hat unser aller Leben berührt und wohl für immer verändert: So etwas kann jeden überall treffen.
Hm, da brennt das WTC.. hab mir weiter nix gedacht, bis ich dann das zweite Flugzeug gesehen hab, da wär ich fast vom Glauben abgefallen. Kann nicht sein, darf nicht sein, was soll das denn? Man wußte ja auch nicht, welche Auswirkungen das haben würde, weltweit gesehen. Mir ist das sehr nahe gegangen, wohl auch weil ich zu der Zeit mit den Nerven eh angeschlagen war - Babyblues und so :) da gabs auch mal ne Packung Taschentücher vorm Fernseher..
Ab da lief das Programm dann den ganzen Abend und die ganze Woche, immer die gleichen Bilder und man konnte es immer noch nicht begreifen.
Ich hab mir gestern auch wieder die Reportage auf N24 angesehen, zum 7. Mal glaub ich. Weiß nicht warum, wenn man das sieht, isses immer noch so präsent...
An den Tsunami erinnere ich mich auch noch, aber irgendwie war das so weit weg. Vielleicht stumpft man auch mit der Zeit ab... aktuell das Hochwasser in Pakistan? Ja, zur Kenntnis genommen - kann man vielleicht nicht miteinander vergleichen, aber es spielt wohl schon ne Rolle inwieweit das von den Medien hochgepuscht wird.